Kurz vor dem Anstich


Fasziniert von der neuen Faller-Tunnelbohrmaschine „Gripper“ entsteht bei Heinz Hofmann die Idee, dass diese Vortriebsmaschine in einem passenden Diorama präsentiert werden müsste. Gesagt, getan: Dargestellt wird eine Baustelle kurz vor dem Anstich, also dem Beginn des Bohrens für den fiktiven Tunnel „Kuppenberg“, der neben der alten Fernbahnlinie entstehen wird. Zudem entsteht neben der Großbaustelle moderne Bahntechnik in Form eines Elektronischen Stellwerkes.

Das Diorama wird auf einer serienmäßigen Styrodurplatte aus dem Baumarkt aufgebaut, somit ist die Größe von 125 × 60 cm bei einer Stärke von 40mm vorgegeben. Hierauf entsteht eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahnstrecke und eine Elektronisches Stellwerk (ESTW). Für die Baustelle mit der vorgesehenen Betonplatte zum Aufstellen der Tunnelbohrmaschine wird ausreichend Raum eingeplant, immerhin misst das Modell eine Länge von 97 cm. Aufgrund der Komplexität beim Zusammenbau der Maschine, ist das Thema nicht unbedingt einem Modellbaueinsteiger anzuraten. Ein Berg bildet an der einen Stirnseite den Abschluss. Auch die bereits vorhandene Bahnstrecke mündet in einem Tunnel. Diese soll später neben der Neubaustrecke weiterhin als Ausweichroute erhalten bleiben. Um das Schaustück vom Gewicht her leicht zu halten, erfolgen alle modellierenden Arbeiten ausschließlich mit dem Modellbauspachtel ultraleicht von RTS. Dieser lässt sich nach dem Aushärten ganz einfach mit üblichem Modellbauwerkzeug bearbeiten.

Vorbereitende Arbeiten

Zuerst werden die Bürocontainer und das elektronische Stellwerk von Faller nach den beiliegenden Bauanleitungen montiert. Die Betonwand, durch die der Tunnelanstich erfolgt, entsteht aus einem 10 mm starkem Styrodur-Stück und wird ein wenig größer ausgeführt als der Durchmesser des Bohrkopfs ist. Sie erhält eine farbliche Behandlung in verschiedenen Grautönen mit Acrylfarben der Farbserie AirbrushColor4you. In dieser Vorbereitungsphase wird auch das zweigleisige Tunnelportal für die „alte Bahnstrecke“ montiert und mit den erwähnten Acrylfarben grundiert und einem Washing gealtert.

Die zahlreichen Baustellenfahrzeuge werden mit den mitgelieferten Außenspiegeln zugerüstet und erhalten anschließend Kfz-Kennzeichen. Danach wird mit der Airbrush und den Acrylfarben eine leichte Alterung aufgebracht. Dabei ist darauf zu achten, dass nur eine leichte Verschmutzung entsteht. Lediglich beim Radlader sieht man, dass dieser schon einige Zeit in den schlammigen Bereichen eingesetzt ist. Die Kfz-Kennzeichen sind wie alle im Schaustück eingesetzten Decals – darunter auch das große Baustellenschild – von mmh-Modellbau auf Bestellung angefertigt. Ein kleiner Bobcat finden auf einem Anhänger Platz. Dieser wird beim Vorbild während des Bohrvorgangs zum Reinigen der Tunnelsohle von herabgefallenen Gesteinsbrocken hinter dem Bohrkopf eingesetzt. Im letzten Schritt wird eine Grundplatte für den späteren Gleiskörper aus 3 mm Styrodur passend zugeschnitten.

Die ersten Baumaßnahmen

Nun wird die Unterlage für den späteren Gleiskörper mit lösungsmittelfreiem Alleskleber auf der Grundplatte des Schaustücks verklebt. Bis zum Trocknen des Klebers muss die Platte ausreichend beschwert werden, um ein Verwerfen dieser zu verhindern. Danach erfolgt ein Anstrich mit dunkelgrauer Acrylfarbe aus dem Baumarkt. So wird verhindert, dass nach dem Einschottern der Gleise die Farbe der Styrodur-Platte durchschimmert. Nachdem die Farbe getrocknet ist, werden die beiden Gleise verlegt, mit sogenannten Krause-Klammern fixiert und ausgerichtet. Wenn alles passt, werden die Gleise auf der Unterlage fixiert. Hier kommt dünnflüssiger Sekundenkleber zum Einsatz. Im nächsten Schritt erfolgt die farbliche Gestaltung der Gleise, Schwellen und des Gleisbetts. Dies erfolgt mit einer Airbrush, hier die „Infinity“ und AirbrushColor4you-Farben, in verschiedenen Braun- und Grautönen. Als nächstes sind die Basissockel für die spätere Oberleitung von Viessmann zu montieren. Dazu werden die Grundplatten der Oberleitungsmasten im Abstand von 360 mm fixiert, was der Länge des eingesetzten Fahrdrahts entspricht. Da eine Altbaustrecke dargestellt wird, kommen DB-Gittermasten zum Einsatz. Die beiden Masten, welche im Tunnel als Haltepunkt für die Fahrdrähte stehen, werden nun ebenfalls montierte. Sind alle Masthalterungen am Gleiskörper angebracht, erfolgt das Einschottern der Gleise. Hierbei ist weniger Schotter mehr als zu viel. So wird verhindert, dass einzelne Schottersteine sich hochdrücken und den Lauf der Räder behindern bzw. diese hochdrücken.

Der Berg entsteht

Das Grundgerippe des Bergs wird grob mit passend zugeschnittenen Styrodur-Abschnitten aufgebaut, die mit Heißkleber auf der Grundplatte verklebt werden. Darüber kommt ein Aluminiumnetzgitter aus dem Baumarkt, welches zur passenden Hanglandschaft modelliert und mit langen Dekonadeln oder ähnlichem fixiert wird. Anschließend wird der RTS-Modellbauspachtel Ultraleicht mit einem Feinspachtel aufgetragen. Bei vorsichtiger Arbeitsweise ist keine vorherige Untergrundbehandlung mit irgendwelchen Auflagen wie z. B. Krepp notwendig. Nach dem Aushärten ergibt der Spachtel eine stabile und gut bearbeitbare Oberfläche. In dieser Bauphase wird auch die vorbereitete Betonwand für den Anstich platziert. Flächen, die später keine Felsstruktur aufweisen sollen, werden mit der Terrainpaste „Dark Earth“ von RTS feiner strukturiert und in einigen Bereich mit „Erde fein Dunkelbraun“ für eine spätere Begrünung vorbereitet.

Der Bereich der sichtbaren Felsstrukturen wird mit dem Ultraleichtspachtel weiterbearbeitet. Zudem werden in die noch weiche Spachtelmasse einzelne, kleinere Kalksteine eingepresst, um eine noch realistischere Felsimitation zu erreichen. Sowohl die modellierten als auch die echten Steine werden nach dem Trocknen mit stark verdünnten Acrylfarben farblich solange coloriert und mit Washing bearbeitet, bis der Eindruck einer natürlichen Felswand entsteht. Ist alles getrocknet, werden die als Hangwiese vorgesehenen Flächen mit Graskleber bestrichen und mit dem RTS-Greenkeeper 35kV in unterschiedlichen spätsommerlichen und frühherbstlichen Tönen beflockt. Um eine unterschiedliche Wuchshöhe zu imitieren, wird in einigen Bereichen nach der Erstbeflockung noch Vang-Fixierkleber aufgesprüht und erneut beflockt. Dies wird bis zum gewünschten Ergebnis wiederholt.

Die Montageplatte

Um die Tunnelbohrmaschine aufbauen zu können und für den Bohrbeginn, also dem Auffahrbeginn des neuen Tunnels, ist eine feste Bodenplatte nötig. In der Regel wird dazu eine betonplatte gegossen. Imitiert wird diese aus 3 mm starken Polystyrol-Platten, die in der Breite passend zur Tunnelbohrmaschine zugeschnitten und vom späteren Tunnelmund bis ans Ende der Tunnelbohrmaschine auf die Grundplatte mit lösungsmittelfreiem Alleskleber aufgeklebt werden. Nach dem Trocknen des Klebers erfolgt der Farbauftrag mit Airbrush und Acrylfarben in verschiedenen Grautönen.

Stellwerk und Zufahrtsstraße

Das bereits vorgefertigte elektronische Stellwerk wird in einigem Abstand zur vorhandenen Bahnstrecke platziert und fixiert. Danach bekommt es Betonplatten von Juweela – vom Zugangstor entlang des Gebäudes bis zum Hintereingang. Zudem werden auch Zaunpfähle, an denen später ein Maschendrahtzaun angebracht wird, mit Sekundenkleber um das ESTW aufgestellt. Der Zaun entstammt dem Sortiment von Busch. Sind die Zaunpfähle ausreichend fixiert, erfolgt zwischen den Gehwegplatten und dem Zaun eine Beflockung mit Grasfasern, die mit dem RTS-Greenkeeper in den Kleber eingebracht werden. Abschließend wird der zum ESTW gehörende Zugbahnfunkmast montiert und bis zum Trocknen des Klebers ausreichend fixiert. Die kleine Zufahrtsstraße zu Baustelle und ESTW wird mit Reparaturpaste „Granitgrau“ von Joker Rügen gestaltet.

Die Baustellengestaltung

Begrenzt durch die Maße der Grundplatte und der Tunnelbohrmaschine kann nur ein kleiner Teil der Baustelle im Modell dargestellt werden. Mit der Strukturpaste Dark Earth wird der Bereich, in dem später die Baucontainer und Toi-Toilettenhäuschen stehen, mit einem Feinspachtel aufgetragen und geglättet. Danach sind die Container an ihrem vorgesehenen Aufstellort zu platzieren. Mit feinem Split von Minitec wird die noch feuchte Strukturpaste abgestreut, um den Eindruck einer Schotterfläche zu erreichen. Danach wird der restliche Bereich der geplanten Baustelle in gleicher Vorgehensweise bearbeitet und mit feinem Kies bestreut. Außerdem werden in die noch feuchte, abgestreute Strukturpaste mit verschiedenen Radsätzen und einem kleinen Modellauto Fahrspuren eingeprägt. So entsteht eine im schlammigen Zustand befahrene Fläche – eben typisch für eine Baustelle. Dabei bleibt ein schmaler Streifen beidseits der Betonplatte frei. In diesen Streifen wird feiner Gleisschotter von Asoa in ein vorher aufgebrachtes Bett aus Beflockungskleber aufgetragen und anmodelliert. Vor dem weiteren Bearbeiten des Dioramas muss nun alles gut durchtrocknen

Landschaftsgestaltung

Die noch grasfreien Flächen am Auslauf des Berges und neben der Zufahrtsstraße erhalten auch eine Beflockung mit verschiedenlangen Grasfasern, die mit dem RTS-Greenkeeper aufgeflockt werden. Während die Beflockung antrocknet, wird am ESTW an den bereits fixierten Zaunpfählen der Maschendrahtzaun von Busch mit Sekundenkleber angebracht. Wegen seines Materials aus feinem Aluminiumgewebe ist eine gewisse Feinfühligkeit nötig. Auf den Wiesenflächen, entlang der Bahnstrecke und am Berghang finden nun Gebüsch und Filigranbüsche von Mininatur ihren Platz. Hierbei kommen nur spätsommerliche und frühherbstliche Varianten zum Einsatz. Oben auf dem Berg wird ein Drahtzaun platziert, der die Einzäunung einer Weide andeutet. Am Zaun steht ein Wanderer, der das vor ihm liegende Baugeschehen beobachtet. Kleine Stämme von abgestorbenen Bäumen runden die Gestaltung ab.

Etwas Feingestaltung

Zuerst werden der Bohrkopf und der Nachläufer der Tunnelbohrmaschine zusammengefügt, anschließend auf der Beton-Aufstellfläche platziert und ausgerichtet. Einige Tropfen Sekundenkleber verhindern ein späteres Verrutschen. Einige Arbeiter finden direkt auf der Maschine ihren Arbeitsplatz und stellen vorbereitende Arbeiten für den Bohrbeginn dar. Auch rund um die Baucontainer werden Figuren in verschiedenen Haltungen so aufgestellt, dass eine stimmige Szene entsteht. An der Baustellenzufahrt und bei den Containern stehen zudem Männer eines Wachschutzes, die diesen Baustellenbereich schützen. Zum Schluss wird das große Baustellenschild, auf welchem alle an der „ARGE Kuppenberg“ beteiligten Firmen (Herrenknecht, Strabag und Leonhard Weiss) aufgeführt sind, zwischen Baustellzufahrt und ESTW aufgestellt.

Schließlich kommen noch die vorbereiteten Modellfahrzeuge an ihre vorgesehenen Plätze und werden dort mit Fixogum fixiert. Der Lkw mit dem auf dem Anhänger befestigten Bobcat wird gleich in den Baustellenbereich einfahren, nachdem der Fahrer mit dem Security-Mitarbeiter die Formalitäten geklärt hat. Im Bereich der Bohrstelle steht zudem ein Bagger, der vor Bohrbeginn noch einige Gesteinsbrocken entfernt hat. Alle Modellfahrzeuge sind dem Programm von Herpa entnommen. Auf der bereits vorhandenen Bahnstrecke rauscht gerade eine ICE 1 von Roco aus dem Tunnel.

Modellbau, Text und Bilder: Heinz Hofmann

Verwendete Materialien

Airbrush4you: Farben www.airbrush4you.de

Baumarkt: Styrodur-Platten und Aluminiumnetzgitter

Busch: Zaun www.busch-model.com

Faller: Tunnelbohrmaschine, ESTW, Baucontainer und WC www.faller.de

Herpa: Baufahrzeuge www.herpa.de/baufahrzeuge

Miniatur: Büsche www.mininatur.de

mmh: Baustellenschild und Kfz-Kennzeichen www.3d-decalsandmore.de

Preiser: Figuren www.preiserfiguren.de

Roco: ICE 1 www.roco.cc

RTS: Ultraleichtspachtel, Strukturpasten, Steine, Grasflock und -kleber www.rts-greenkeeper.de

Schrumpfmich: Figuren (Highlight bzw. besondere Szenen)

Tillig: Gleise und Gleisschotter www.tillig.com

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