Im Wald und auf der Heide …


Im Spätsommer begeistert die blühende Heide tausende Menschen. Auch unser Autor Heinz Hofmann hat sich hiervon inspirieren lassen, und er nimmt uns mit in seine neu geschaffene Miniheide.

Heide, das bedeutet eigentlich immer Entschleunigung und Entspannung. So betrachtet steht mit der diesjährigen Ankündigung von RTS, verschiedene Heidekräuter auszuliefern, relativ schnell fest, eine Heidelandschaft ins Modell umzusetzen. Neben der Heidefläche soll ein kleiner Bauernhof als Heidemuseum samt Heidecafé für Abwechslung auf dem geplanten Schaustück sorgen. Mit diesen Überlegungen kann es schon ans Planen und an die Beschaffung der Materialien gehen.

Vorbereitung der Gebäude

Zusammen mit der Scheune von Artitec bilden der Bauernhofbausatz von Auhagen (ebenfalls Scheune und ein Wohnhaus) das Ensemble des Heidemuseums samt kleinem Cafe. Die Bauteile des Auhagen-Bausatzes werden vor dem Zusammenbau mit „Wine Red“ und „Slate Grey“ von AirbrushColor4you mittels einer Airbrush „Infinty“ farblich neugestaltet. Um ein heidetypischeres Aussehen des Wohnhauses zu erreichen erhält dieses ein Fachwerk aus Echtholz-Kiefernleisten von 0,3 x 2 mm. Die Leisten werden vorher mit einer Lasur dunkel gebeizt und nach dem Trocknen passend zugeschnitten. Hierzu wird ein Ultraschallmesser eingesetzt, u.a. auch um Quetschungen an den Schnittstellen zu vermeiden. Nach der Umgestaltung nimmt einen das Modellhaus für einen Augenblick mit auf eine Reise in die Heide – zumindest gedanklich …

Die Artitec-Scheune basiert auf einem Resin-Bausatz. Nach dem Zusammenbau erhält dieser mit verschiedenen Acrylfarben sein farbliches Finish. Da die Auhagen-Scheune später mit halb¬offenen Toren im Schaustück platziert werden soll, bekommt diese außerdem auch im Innern eine Ausgestaltung. Dazu werden ein Maschinenträger von Busch und zahlreiche Strohballen von Artitec so platziert, dass diese später durch das Tor gut sichtbar sind.

Vorarbeiten für die spätere Landschaft

Die als Basis dienende Styrodur-Platte von 120 cm × 50 cm bekommt bis auf den Bereich des späteren Heidehofs, der Straße und des Parkplatzes einen unregelmäßigen Auftrag aus einer Sand-/Erdmischung, die mit cremigem Graskleber von RTS fixiert wird. Der vorgesehene Feldweg entsteht mit Hilfe brauner Strukturpaste von RTS, in die mit verschiedenen Modellachsen Fahrspuren eingeprägt werden. Für die Nachbildung eines Hügelgrabs bekommen kleine Kalksteine mit einer verdünnten Acrylfarbenmischung eine farbliche Behandlung, bis in etwa das Aussehen des in der Heide anzutreffenden Gesteins erreicht ist. Die Steine finden dann ihren Platz auf einer leichten Anhöhe, die mittels Strukturpaste von RTS modelliert wird. Die beiden Wanderwege durch die Landschaft entstehen aus einer Mischung mit feinem Splitt, feiner RTS-Erde und Sand. Der Feldweg und die Wanderwege erhalten danach mit der Airbrush einen feinen, unregelmäßigen Überzug mit „Ultra Light Ghost Black“ von AirbrushColor4you. Die Landstraße der untersten Rangordnung entsteht aus Strukturpaste von RTS, die in diesem Fall nach dem Trocknen noch mit 80er-Schleifpapier angeschliffen wird, um Abnutzungen und Abrieb darzustellen. Als Bodenbelag für den Parkplatz dient die Fischgrät-Pflasterstraße von Juweela, die mit lösungsmittelfreiem Allesklebers auf der Grundplatte fixiert wird.

Jetzt darf die Heide wachsen

Nun kann die Bepflanzung der Heide mit dem Heidekraut von RTS erfolgen. Dazu werden in unregelmäßiger Anordnung blühende sowie nicht blühende Heidekräuter mit 2-4 mm und 4-8 mm Länge aufgeklebt. Zur Nachbildung von dürren Heideflächen kommen verdorrte Gräser zum Einsatz. Dabei dienen Fotos verschiedener Heidelandschaften als Vorlage. So entsteht Stück für Stück aus vielen kleinen Einzelbüscheln die Heidefläche – eine aufwendige und Geduld erfordernde Arbeit, aber das Ergebnis belohnt für die Mühe. Auch rund um das Hügelgrab ergreifen Heidekräuter Besitz von der Landschaft. Sind alle Heidebüschel verarbeitet, erfolgt das Setzen weiterer Vegetationselemente wie die typischen Wacholderbüsche oder Birken – diese stammen von Mininatur, ebenso wie die Filigran- und Sanddornbüsche. Die beiden frühherbstlichen Laubbäume wie auch zahlreiche Gras- und Unkrautbüschel auf dem gesamten Schaustück werden dem Sortiment von Busch entnommen.

Der Museumshof

Zuerst wird der Hofbereich mit Flexyway-Altstadtkopfsteinpflaster belegt. Die für das kleine Museumskaffee vorgesehen Terrasse hingegen, besteht aus Teilen der Fischgrät-Pflasterstraße, beides von Juweela. Danach erfolgt das Platzieren und Einpassen der eingangs farblich umgestalteten Gebäude. Umzäunt wird der Museumshof größtenteils mit einem Lattenzaun von Busch und in Teilen mit umgearbeiteten (halbierten) und bemoosten Steinmauern von Auhagen. Einige der Rasenflächen auf dem Museumsgelände bekommen eine Beflockung mit Grasfasern, die mit dem Greenkeeper (RTS) aufgebracht werden. Zudem finden auch hier Heidebüschel und kleine Filigranbüsche ihren Platz. Das Heidemuseum erhält zudem einige Ausstellungsstücke, die den Charakter als Heidemuseum unterstreichen. Die überwiegend landwirtschaftlichen Exponate sind, wie auch das Motorrad, Fertigmodell von Artitec.

Szenengestaltung mit geschrumpften Vorbildern

Bei der Gestaltung werden einige Szenen gesetzt. So füttert die Bäuerin von Artitec die freilaufende Hühnerschar. Weitere Besucherszenen entstehen aus Figuren von Preiser. Das Highlight bilden die Figurengruppen, die mit den nach Fotos modellierten Figuren von Schrumpfmich entstehen. So finden sich die Drei aus dem Hüttengrund beim Betrachten des umgestalteten Wohnhauses ebenso wie der Autor mit Familie auf dem Schaustück wieder. Auch hat sich ein weiterer bekannter Modellbauer mit seinen Söhnen im Museumshof eingefunden. In einem weitereneres Szenenhighlight interviewt die Moderatorin Judith R. die Heideschäferin Wiebke S. für die Rundfunksender WDR und NDR. Um sich selbst als Figur zu erhalten, genügt ein Foto sowie die Angaben der eigenen Körpergröße, damit die „Schrumpfer“ den Minimenschen mit hohem Wiedererkennungswert erstellen können. Diese kommt dann fertig bemalt beim Auftraggeber an.

Aufgelockert wird die Szenerie im Hof durch einen Grillstand mit Holzkohlegrill, der in einem alten Messerschmitt-Kabinenroller verbaut ist, und schon deshalb den einen oder anderen Besucher anlockt. Der Grill ist als Bausatz beim Modellbau-Kaufhaus erhältlich. Kleinteile wie Holzrechen, Mistgabeln, Schubkarre und Körbe runden die Hofgestaltung ab.

Ausgestaltung der Heide

Durch die Heidefläche ziehen knapp 100 Schafe als „Landschaftspfleger“. Dabei handelt es sich – in Ermangelung von Modell-Heidschnucken – um Schwarzkopfschafe von Faller. Auf den Wegen sind einige Wanderer und Spaziergänger unterwegs. Manche rasten auf den an den Wegrändern stehenden Holzbänken. Diese werden aus Teilen von Schaschlikspießen, Zahnstochern und Holzleisten 0,3mm × 2mm selbstgefertigt. Die Gestaltung der vielen kleinen Szenen kamen dem Autoren fast so vor, wie ein echter Heideurlaub …

Modellbau, Text und Bilder: Heinz Hofmann

Eingesetzte Materialien

Auhagen: Bauernhof, Steinmauer www.auhagen.de

AirbrushColor4you: Acrylfarben für Airbrush und und Thick’n Brush zum Eindicken zur Pinselfarbe www.airbrush4you.de

Artitec: Landwirtschaftliche Ausstellungsstücke, Figuren (Bäuerin + Hühner), kleine Scheune www.artitecshop.com

Busch: Zaun, Filigranbüsche, Laubbäume, Grasbüschel www.busch-model.info

Faller: Schafe, Verkehrszeichen www.faller.de

Herpa: Pkw, Lieferwagen www.herpa.de

Juweela: Flexyway für Innenhofwww.juweela.de

Mininatur: Wacholderbüsche, Moorbirken, Filigranbüsche, Sanddornbüschewww.mininatur.de

mmh-Modellbau: Kfz-Kennzeichen, alle individuellen Schilder www.3d-decalsandmore.de

Modellbau-Kaufhaus: Grill im Kabinenroller, Stühle und Tische shop.modellbau-kaufhaus.de

Preiser: Figuren www.preiserfiguren.de

Schrumpfmich: Individuelle Figurenwww.schrumpfmich.de

RTS: Heide blühend, Heide nichtblühend, Trockenes Gras, Grasfasern, Graskleber, RTS-Greenkeeper, Strukturpasten www.rts-greenkeeper.de

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