Die fliegenden Farben


Die 1928 als Braniff Airlines, später dann als Braniff International Airways sowie ab 1965 schlicht als Braniff International firmierende US-amerikanische Fluggesellschaft hat sich durch ihr 1965 eingeführtes buntes Design unvergesslich gemacht. Mit der seinerzeit revolutionären Kampage „The end of the plain plane“, was übersetzt so viel wie „das Ende des schmucklosen Flugzeugs“ bedeutet, setzte sich die Airline über alle bisherigen Konventionen in der Flugzeug-Gestaltung hinweg und machte sich zu einem Markenprodukt auf den Flughäfen des gesamten amerikanischen und später auch des europäischen und asiatischen Kontinents. Die farbenfrohen Modelle der US-amerikanischen Airline sind ausgesprochen beliebte Sammlerstücke. Zu den aktuell neu erscheinenden Modellen gibt es hier einen Überblick über alle bisher erschienen Modelle.

Anders als die anderen

Renommierte kreative Köpfe, wie die Designerin Mary Wells Lawrence, der Architekt Alexander Girard, der Modedesigner Emilio Pucci und der Schuh-Designer Beth Levine, entwickelten Mitte der 1960er Jahre ein neues Corporate Design für die Airline, das unter anderem die Flotte in unterschiedlichen Farben fliegen ließ. Die nach den bekannten bunten Gelee-Bohnen benannte „Jelly Bean-Flotte“ überraschte durch Flugzeuge, die mal in Beige, mal in Ocker, Orange, Türkis, Blau, Zitronengelb oder Lavendel-Farben auftauchten. Ein solcher Bruch mit dem Prinzip eines streng einzuhaltenden Corporate Designs, den sich heute viele Fluggesellschaften trauen, war zu der Zeit ausgesprochen kühn und seiner Zeit weit voraus.

Übersicht aller Herpa-Modelle von Braniff

Zwar konnte dieser avantgardistische Vorstoß im Flugzeug-Design das Ende der Airline 1982 in Folge der Deregulierung und des steigenden Ölpreises nicht verhindern, er hat Braniff aber gleichwohl zu einer bis heute beliebten und unvergesslichen Fluggesellschaft und zu einer großen Marke in der Luftfahrt gemacht. Flugzeug-Spotter und Modell-Sammler lieben es zumeist bunt, und so wurden auch Braniff-Modelle schon früh von Wings-Sammlern bei Herpa angefragt.

Geliefert wurde das Modell der Braniff Boeing 747SP „Baby Orange“ unter der Artikelnummer 511605 in einem Showcase.

Erste Modelle im Exklusiv-Vertrieb

1998 war es dann soweit: Exklusiv für den „Wings500 Gold Club“, dem Vorläufer des heutigen Sammlerforums „Wings900 – www.wings900.com, fertigte Herpa die aufgrund ihrer Farbe „Baby Orange“ genannte Boeing 747SP mit der Kennung N604BN im Maßstab 1:500. Sie war eine von vier Boeing 747SP, die ab 1979 von der Airline eingesetzt wurde. Das Modell war das einzige von Braniff, das Herpa noch in der sogenannten „Classic Wing-Edition“ mit den rollfähigen Fahrwerken gefertigt hatte. Es wurde unter der Artikelnummer 511605 in der „Exclusive Series“ in einem Showcase geliefert.

Das Showcase der Braniff Boeing 747SP „Baby Orange“ zeigt eine Parkposition vor einer Terminalkulisse. Es ist das Herpa-Modell von Braniff“ mit der Registration N604BN im Maßstab 1:500. Sie wurde 1998 exklusiv für den Club „Wings500“ gefertigt.

Erst 2004 setzte Herpa die Serie mit Braniff-Modellen fort. Zwei Boeing 707-300 und eine Aerospital Concorde erschienen ebenfalls im Exklusivvertrieb. Während die Boeing 707-300 mit der Kennung N7097 (Art-Nr. 514200) in türkisfarbener und die 707 mit der Registration N7102 (Art-Nr. 514217) in oranger Farbgebung auch im Original von 1966 bis 1973 von Braniff in verschiedenen knalligen Farben geflogen wurden, könnte man bei dem Modell der Concorde zunächst ein Fantasiemodell vermuten.

Die 1:500er Braniff-Modelle der Boeing 707-300 mit der Registration N7097 in Türkis und der Kennung N7102 in Orange wurden 2004 ebenfalls exklusiv für die „Braniff Airline Expo" im Parco Museum in Shibuya / Japan gefertigt.

Für die Braniff-Bemalung trifft das auch zu. Die Airline setzte zwischen 1979 und 1980 allerdings tatsächlich geleaste Concorde-Flugzeuge von Air France und British Airways ein. Sie flogen, da über Land, zwischen Dallas und Washington-Dulles aber mit Unterschallgeschwindigkeit, für den Transatlantik-Flug nach bzw. von Europa allerdings mit Überschall und wurden dann in den USA von der Braniff-Crew übernommen. Dafür wurde allerdings nie eine Concorde in Braniff-Farben lackiert, sondern lediglich die Registration der europäischen Maschinen für die Flüge innerhalb der USA durch Überkleben des vorderen Teils der Kennungen („G-BO“ bzw. „F-BV“) geändert. So wurde zum Beispiel aus der ursprünglichen Registration G-BOAC die Kennung N81AC, die auch das Herpa-Modell (507059) trägt. Die also nicht ganz originalgetreue Bemalung des Herpa-Modells entspricht dabei zeitgenössischen künstlerischen Entwürfen.

Exklusiv für „Braniff Airline Expo“ im Parco-Museum in Shibuya/Japan wurde dieses Modell einer Braniff Aerospatiale Concorde mit der Kennung N81AC im Maßstab 1:500 gefertigt. Das Orginal flog allerdings nie in Braniff-Farben, sondern war von British Airways geleast.

Jelly-Bean-Bemalung für die Handels-Collection

L2013 und 2019 erschienen in der Herpa-Collection je zwei BAC 1-11-200 Braniff-Modelle in limitierter Auflage im Maßstab 1:500. Sie tragen vier von insgesamt sieben festgelegten Farben der 1965 für das Rebranding eingeführten Jelly-Bean-Lackierung. 2013 erschien zunächst ein orangefarbenes Modell mit der Registration N1552 (Art-Nr. 523677), gefolgt von einem blauen Modell mit der Kennung N1541 (Art-Nr. 524087). Sechs Jahre später kamen dann noch Modelle in Ocker mit der Registration N1550 (533003) und in Türkis mit der Kennung N1549 (533010) dazu.

Diese Modelle der Braniff BAC 1-11-200 in Ocker, Orange, Türkis und Blau erschienen in der Handels-Collection

Ebenfalls 2019 erschien das Modell des ältesten Braniff-Flugzeugs. Die Convair CV-340 Liner wurde im Maßstab 1:200 in limitierter Auflage produziert und unter der Artikelnummer 559621 vertrieben. Dieser Flugzeugtyp war von 1952 bis 1967 mit insgesamt 26 Exemplaren Teil der Braniff-Flotte.

Das Modell des ersten Flugzeugtyps der Airline, eine Convair CV-340 Liner mit der Registration N3406, erschien 2019 im Maßstab 1:200 als limitiertes Collectionsmodell.

Farbenfrohe Verpackungen

Nicht nur die Modelle, sondern auch die Verpackungen der exklusiven Modelle im Maßstab 1:500 wurden ausgesprochen farbenfroh und abwechslungsreich gestaltet. Alle genannten Modelle zeichnen sich durch eine sehr präzise Nachbildung der bunten Bemalung und des markanten Designs aus, für das Braniff berühmt war und zur Legende wurde. Damit sind diese Miniaturflugzeuge nicht nur farbige und schöne Schmuckstücke in einer Modellsammlung, sondern auch eine Hommage an den innovativen und künstlerischen Auftritt der Airline, der sie bis heute unverwechselbar macht.

Entsprechend des Modells, hat Herpa auch die Verpackungen für die Modelle farbenfroh und außergewöhnlich gestaltet, wie hier die der Braniff Boeing 747SP „Baby Orange“, der Braniff Aerospatiale Concorde und der beiden Braniff Boeing 707-300.

Nicht ohne Grund gab es vier Relaunch-Versuche, die Airline wieder zu beleben, die aber allesamt gescheitert sind. Geblieben sind allerdings der Erhalt und die Verwertung der Marke Braniff, etwa in Form eines Braniff-Hotels im Design der ehemaligen Airline und mit Möbeln aus alten Flugzeugteilen in der Nähe des Flughafens Dallas Love Field. Braniff ist eben Kult, und die ausgesprochene Beliebtheit der Herpa-Modelle dieser großartigen Airline belegen dies.

Text und Bilder: Peter Vosen
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